/ Pressemitteilung

MehlWelten Museum führt Besucher ins Reich der Korngötter

- Interaktiver Themenraum zur religionsgeschichtlichen Rolle des Mehls

- Multimediale Ausstellung dem Geheimnis der ägyptischen Kornmumien auf der Spur

- Hochrangige Vertreter aus Kultur und Wirtschaft beteiligten sich an feierlicher Eröffnung

Ahrensburg, 25.05.2019. Das wittenburgische MehlWelten Museum wurde am Freitag offiziell um einen Ausstellungsraum reicher: "Korngötter" führt Besucher in die Welt der Gottheiten und Riten, die bereits seit der Frühgeschichte ertragreiche Ernten sichern sollten. In seiner Einführung referierte Kurator Oliver Seifert über die Rolle des Getreides in den Mythen der Frühen Hochkulturen und spannte den Bogen zur Götterwelt des Alten Ägyptens und den monotheistischen Weltreligionen. Der Stolz der Sammlung ist eine zweitausend Jahre alte Kornmumie - vom ägyptischen Totengott im Sarkophag. Bei der feierlichen Einweihung waren auch die Experten Peter Augendopler, Gründer der Wunderkammer des Brotes "Panenum", sowie Dr. Oliva Zorn, Stv. Direktorin des Ägyptischen Museums Berlin, zugegen.

Dr. Zorn referierte über die rituelle Bedeutung der Kornmumien im Alten Ägypten. Es handelt sich um eine falkenköpfige Nachbildung der Totengötter Sokars und Osiris. Gefüllt mit Nilschlamm, Gersten- und Emmerkörnern steht sie für die Keimkraft des Lebens. Obwohl es früher unzählige solcher Kornmumien gab, sind heute weltweit nur weniger als zweihundert Osiris-Sokar-Sarkophage erhalten. Peter Augendopler, selbst im Besitz einiger Exemplare, gratulierte MehlWelten Initiator Volkmar Wywiol zur jüngsten Erweiterung des Museums.

Göttliches Medium

Kurator Dr. Oliver Seifert entwickelte den multimedialen Ausstellungsraum als interaktiven Rundgang durch die Religionsgeschichte des Getreides: Ein Smartphone-basierter Audio Guide vermittelt Besuchern aufschlussreiche Hintergrundinformationen. Für die Vertonung konnte Schauspielgröße und Synchronsprecher Rolf Becker gewonnen werden. Ein Videotriptychon zeigt Besuchern zentrale Bilder aus den drei monotheistischen Religionen und erweckt diese mit den Mitteln der Bildanimation zum Leben. "Korngötter" macht deutlich, dass das Korn bereits ein frühgeschichtliches Symbol göttlicher Macht war. Der thematische Bogen von den frühen Hochkulturen zu den monotheistischen Religionen zeigt, dass das Getreidekorns als Lebenssymbol ein rekurrierendes Motiv in unterschiedlichen religiösen Gewändern ist. Die zahlreichen Gäste der Ausstellungseröffnung, darunter Landrat Ludwigslust-Parchim Stefan Sternberg und Wittenburgs Bürgermeisterin Margret Seemann hatten als erste Gelegenheit, sich einen Eindruck davon zu verschaffen.

"Mehl.Macht.Leben" wächst

"Korngötter" ist nunmehr die zweite aus einer Reihe von Erweiterungen, die 2017 mit der rahmengebenden Ausstellung "Mehl.Macht.Leben." ihren Anfang nahm. Das moderne Ausstellungskonzept beschäftigt sich mit der Bedeutung, die das oft alltäglich wirkende Mehl für die Geschichte der Menschheit hatte: Es sicherte nicht nur das schiere Überleben, sondern ist seit der Neolithischen Revolution vor etwa 10.000 Jahren auch die Grundlage jedes Staatsgebildes, das über die Größenordnung einer Stammesgesellschaft hinausgeht. Mehl bedeutet eben nicht nur Leben, sondern auch Macht. Als eindrucksvolles Symbol der Urgeschichte des Getreideanbaus begrüßt eine Nachbildung des "Ötzis", Mann aus dem Eis, die Besucher zur multimedialen Ausstellung. Der Körper der Gletschermumie, der in den Ötztaler Alpen gefunden wurde, ist perfekt erhalten und öffnet uns die Sicht unmittelbar auf die Zeit vor 5.300 Jahren, die Frühzeit des Ackerbaus in Europa. Dessen Nachbildung ist die einzige in ganz Deutschland. Sie wurde in enger Kooperation mit dem Südtiroler Archäologiemuseum, Bozen entwickelt. Figurvorlage ist eine Computertomografie vom Skelett der Gletschermumie. Fellkleidung, Schuhwerk und Kupferbeil sind nach den Originalfunden gefertigt.

MehlWelten entdecken

Ausgangspunkt des Museums war der Fund eines Mehlsacks am Strand von Dubai im Jahr 1998 durch Volkmar Wywiol. Gründer und Gesellschafter des Unternehmens Mühlenchemie. Die Flut hatte einen Sack seines Kunden EMIGRAIN angespült. Er sollte der erste einer Sammlung von mehr als 3.600 Exponaten aus 140 Länder rund um den Globus werden. Dahinter stand sein Interesse an den regionalen Unterschieden der globalen Müllerei und den Bedeutungen, mit denen das Mehl in den Winkeln dieser Welt bis heute aufgeladen ist. Die Motive auf den Mehlsäcken erzählen von den bunten Traditionen, lokalen Produktionsbedingungen und Volksmythen die sich um das existentielle Nahrungsmittel gebildet hatten.

Wywiols Sammlung wurde 2008 im Wittenburger MehlWelten Museum als "Sackothek" der Öffentlichkeit zugänglich gemacht - Konzipiert als "Wissensforum Getreide" Für Besucher ist das Museum von März bis Oktober jeden 1. und 3. Samstag 13:00-17:00 Uhr und jeden Sonntag von 11:00-17:00 Uhr zugänglich. Von November bis Februar öffnet das Museum jeden 1. und 3. Sonntag von 11.00 - 17.00 Uhr seine Pforten. Darüber hinaus ist eine Besichtigung nach Voranmeldung möglich. Sie erreichen das MehlWelten Museum hier.

Herausgeber:
Mühlenchemie GmbH & Co. KG
Kurt-Fischer-Straße 55
22926 Ahrensburg

Carsten Blum (Marketing)
E-Mail: cblum@remove-this.muehlenchemie.de
Internet: www.muehlenchemie.de

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