/ Pressemitteilung

Wie der Ötzi nach Wittenburg kam

- Erster Mensch, von dem bekannt ist, dass er Getreideprodukte gegessen hat

- Einzige Lebend-Nachbildung des „Mannes aus dem Eis“ in Deutschland

- Ausstellung „Mehl.Macht.Leben.“ zeigt die Bedeutung des Mehls für die Geschichte der Menschheit
- MehlWelten Museum wird zum Wissensforum Getreide ausgebaut

Wittenburg, 21. Juli 2017. Zwei Zufallsfunde führten zu einer der heute umfangreichsten kulturhistorischen Ausstellungen über die Bedeutung des Mehls für die Menschheit. Im Juni wurde in Wittenburg bei Hamburg der Ausbau des MehlWelten Museums eröffnet. Unter dem Motto „Mehl.Macht.Leben.“ erzählen neue Themenräume unter anderem die Ur-Geschichte des Weizenanbaus. Den Rundgang durch die Museumserweiterung eröffnet eine figürliche Lebendrekonstruktion des Ötzi, der vor 5.300 Jahren lebte. Er steht für den ersten Menschen, von dem bekannt ist, dass er Getreideprodukte gegessen hat. Bei dem Wittenburger Ötzi handelt sich um die in Deutschland einzige Originalnachbildung des prähistorischen Sensationsfundes aus den Ötztaler Alpen, dessen Präsentation durch eine enge Kooperation mit dem Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen ermöglicht wurde.

Ausgangspunkt des Museums war der Fund eines Mehlsacks am Strand von Dubai im Jahr 1998 durch Volkmar Wywiol. Der Gesellschafter des Unternehmens Mühlenchemie begann mit einer ungewöhnlichen Sammlung von Mehlsäcken. Die Logos der Müller erzählen von der Tradition, den Geschichten und Mythen des Mehls. Heute bildet die weltweit einzigartige Sammlung von über 3.400 Exponaten aus 137 Ländern das Herzstück des MehlWelten Museums in Wittenburg, das sich der Kulturgeschichte des wichtigsten Grundnahrungsmittels der Menschheit widmet.

„Wissensforum Getreide“

„Wir sehen unsere Sammlung als „Hall of Fame“ für alle Müller, die die Menschen tagtäglich mit Mehl versorgen“, sagte Volkmar Wywiol bei der feierlichen Eröffnung der Museumserweiterung in Wittenburg. „Mit der Einweihung der neuen Räume ist ein weiterer Meilenstein zu einem ‚Wissensforum Getreide‘ geschafft, das auch Verbraucher mit der Geschichte und Bedeutung des Korns für unser täglich Brot vertraut machen soll.“

Dafür wurden jetzt Räume im oberen Stockwerk des neo-klassizistischen Gebäudes aus dem Jahr 1848 neu erschlossen. Während es im Erdgeschoss um die Mehlsäcke und ihre Motive geht, dreht sich im Obergeschoss alles um die Kulturgeschichte des Mehls selbst. Der Titel „Mehl.Macht.Leben.“ zeigt die große Bedeutung, die das unscheinbare und alltäglich wirkende Mehl für die Geschichte der Menschheit hatte: es ermöglicht nicht nur das blanke Leben der Menschen, sondern ist auch die Grundlage jedes Staatsgebildes, das über die Größenordnung einer Stammesgesellschaft hinausgeht. Mehl bedeutet eben nicht nur Leben, sondern auch Macht.

Einzigartige Nachbildung der Figur des Ötzi

Als eindrucksvolles Symbol der Urgeschichte des Getreideanbaus begrüßt der „Mann aus dem Eis“ die Besucher und eröffnet multimedial die Ausstellung. Der Körper der Gletschermumie, der in den Ötztaler Alpen gefunden wurde, ist perfekt erhalten und öffnet uns die Sicht unmittelbar auf die Zeit vor 5.300 Jahren, die Frühzeit des Ackerbaus in Europa. Tatsächlich wurden in den Resten von Ötzis Fellmantel zwei Körner des kultivierten Einkorns  gefunden. Das Einkorn gilt als die älteste Kulturgetreideart. Diese Nachbildung der Figur des Ötzi ist die einzige in ganz Deutschland. Sie wurde in enger Kooperation mit dem Südtiroler Archäologiemuseum, Bozen entwickelt. Figurvorlage ist eine Computertomografie vom Skelett der Gletschermumie. Fellkleidung, Schuhwerk und Kupferbeil sind nach den Originalfunden gefertigt.

Die neuen Räume thematisieren die Neolithische Revolution und die Rolle, die der Ackerbau für die Entwicklung der ersten Hochkulturen gespielt hat. Obwohl der Mensch Wildgräser schon seit Jahrtausenden gesammelt hatte, ging er erst vor etwa 10.000 Jahren dazu über, sie auch gezielt auszusäen.

Sammler und Jäger werden sesshaft

Dabei wurden Pflanzen bevorzugt, deren Ähre nicht schon bei der leisesten Berührung ihre Körner verlor, sondern solche, deren Körner fest beisammen blieben. Indem solche Ähren ausgewählt wurden, konnte sich in relativ kurzer Zeit dieses Merkmal durchsetzen. In dieser kleinen Veränderung besteht das eigentliche Prinzip der Kultivierung.

Diesen Übergang nennt man „Neolithische Revolution“, weil durch die neue „anpflanzende“ Lebensart das bisherige Leben der altsteinzeitlichen Menschen, die nur vom Sammeln und Jagen lebten, radikal verändert wurde. In der Neusteinzeit folgte man nicht mehr in kleinen Gruppen dem eiszeitlichen Großwild wie Mammut oder Elch, sondern man wurde sesshaft. Die Felder mussten ständig vor Tieren und Unkraut geschützt werden. Die Vorräte aus dem lagerbaren Getreide erlaubten trotz der Gefahr von Missernten langfristig ein Anwachsen der Gruppen. Aus Großfamilien wurden Clans, aus Clans Häuptlingstümer, die einige tausend Menschen umfassen konnten.

Getreideanbau lässt Bevölkerung wachsen

Das Getreide ermöglichte ein langfristiges Anwachsen der Bevölkerungszahl. Und weil der Flächenbedarf viel geringer ist als bei der Rinderhaltung, konnten Städte entstehen. Die Häuptlingstümer wuchsen weiter zu staatlichen Gebilden, die nun mehrere zehn- oder hunderttausend Menschen umfassen konnten. Diese mussten von einem regelrechten Herrscher (Großkönig, Pharao, Kaiser) indirekt über eine eigene Klasse von Hofbeamten verwaltet werden, was zu einer Differenzierung der Gesellschaft führte. Aufzeichnungen zur Steuerabgaben mussten gemacht werden (Schrift). Riesige Bewässerungsanlagen und zentrale Herrschersitze und Kultzentren entstanden und mussten vor Angreifern geschützt werden. Auch der Handel über Fernstraßen und Märkte entwickelte sich gewaltig. Das war der Beginn der ersten Hochkulturen.

Im Augenblick sind die ersten beiden Räume im Obergeschoss fertiggestellt. Geplant ist ein Rundgang durch die Kulturgeschichte des Mehls zu den Themen Getreide und Mehl im Glauben der Völker, Industrialisierung von Landwirtschaft und Müllerei, die Zukunft des Mehls, Mehlinhaltsstoffe, Mehlverbesserung, Enzyme und Mehlprodukte aus aller Welt.

Mühlenchemie: Die Direktorin des Südtiroler Archäologiemuseums in Bozen Angelika Fleckinger und Museumsgründer Volkmar Wywiol präsentieren den Ötzi in Wittenburg.
Mühlenchemie: MehlWelten-Museums in Wittenburg mit der Ausstellung Mehl.Macht.Leben. In den Resten von Ötzis Fellmantel wurden zwei Körner des kultivierten Einkorns gefunden.
Mühlenchemie: Die weltweit einzigartige Sammlung von über 3.400 Exponaten aus 137 Ländern bildet das Herzstück des MehlWelten Museums in Wittenburg.
Der Titel „Mehl.Macht.Leben.“ zeigt die große Bedeutung, die Mehl für die Geschichte der Menschheit hatte: Es ist die Grundlage jedes Staatsgebildes, das über die Größenordnung einer Stammesgesellschaft hinausgeht.
Mühlenchemie: MehlWelten-Museums in Wittenburg bei Hamburg. Der Ötzi steht für den ersten Menschen, von dem bekannt ist, dass er Getreideprodukte gegessen hat.
Der Titel „Mehl.Macht.Leben.“ zeigt die große Bedeutung, die Mehl für die Geschichte der Menschheit hatte: Die neuen Räume thematisieren die Neolithische Revolution und die Rolle, die der Ackerbau für die Entwicklung der ersten Hochkulturen gespielt hat.
Mühlenchemie: MehlWelten-Museums in Wittenburg bei Hamburg. Der Ötzi steht für den ersten Menschen, von dem bekannt ist, dass er Getreideprodukte gegessen hat. Die einzige Nachbildung des „Mannes aus dem Eis“ in Deutschland steht in Wittenburg.
Mühlenchemie: MehlWelten-Museums in Wittenburg bei Hamburg. Der Ötzi steht für den ersten Menschen, von dem bekannt ist, dass er Getreideprodukte gegessen hat. Als eindrucksvolles Symbol der Neolithischen Revolution begrüßt der „Mann aus dem Eis“ die Besucher der Ausstellung Mehl.Macht.Leben.
Mühlenchemie: MehlWelten-Museums in Wittenburg mit der Ausstellung Mehl.Macht.Leben. Der Ötzi lebte vor 5.300 Jahren in den Ötztaler Alpen in Südtirol.
Mühlenchemie: MehlWelten-Museums in Wittenburg mit der Ausstellung Mehl.Macht.Leben. In den Resten von Ötzis Fellmantel wurden zwei Körner des kultivierten Einkorns gefunden.
Der Gesellschafter des Unternehmens Mühlenchemie, Volkmar Wywiol, begann mit einer ungewöhnlichen Sammlung von Mehlsäcken.
Mühlenchemie: Die Direktorin des Südtiroler Archäologiemuseums Bozen Dr. Angelika Fleckinger.
Mühlenchemie Firmensitz Außenansicht
Mühlenchemie: Die weltweit einzigartige Sammlung von über 3.400 Exponaten aus 137 Ländern bildet das Herzstück des MehlWelten-Museums in Wittenburg.

Herausgeber:
Mühlenchemie GmbH & Co. KG
Kurt-Fischer-Straße 55
22926 Ahrensburg

Carsten Blum (Marketing)
E-Mail: cblum@remove-this.muehlenchemie.de
Internet: www.muehlenchemie.de

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